Geburtstagsgeschenke
04/08/2009
Geburtstagsgeschenke im Wandel der Zeit
Blumenstrauß, Pralinen, Bücher – das waren vor Jahrzehnten noch die traditionellen Geburtstagsgeschenke. Es verging kaum noch ein Geburtstag, bei dem das Geburtstagskind eines dieser Präsente erhielt. Auch war es in vielen Familien einst sehr populär, sich gegenseitig Pullover, Socken, Krawatten oder ein Parfüm zu schenken. In den 80er und 90er Jahren gab es dann schon den ersten Wandel, dominierten doch vielerorts schon CDs, Videos, später dann DVDs und Videospiele vor allem bei der jüngeren Generation als Geburtstagsgeschenke. Heutzutage jedoch trifft man diese traditionellen Gaben immer seltener an. So lassen sich heute auch kaum noch DIE Geburtstagsgeschenke aufzählen. Es gibt die klassischen Geburtstagsgeschenke einfach nicht mehr.
Gerade im heutigen Internet- und Online-Zeitalter hat sich eine Vielfalt an Geschenken etabliert, die es schwer machen, das klassische Präsent zum Wiegenfest zu definieren. Dafür sorgen auch die immer mehr in Mode gekommenen Online-Geschenkshops. Findet man hier doch Geschenkideen, die noch vor wenigen Jahrzehnten undenkbar waren. Seien es Krimidinner, Hummer fahren, verrückte Bungee-Jumping-Varianten, Biathlon Workshops oder Wellness Wochenenden – die Bandbreite der möglichen Geburtstagsgeschenke kennt heute keine Grenzen.
Solche Präsente zum Geburtstag waren noch vor Jahrzehnten undenkbar. Man stelle sich mal vor, man hätte seinem Großvater vor dreißig Jahren ein Jodelseminar, seinem Vater ein Haitauchen oder seinem Bruder einen Sandboarding Kurs geschenkt. Mit solchen Geburtstagsgeschenken wäre man doch glatt der „Held“ gewesen, zumindest beim Beschenkten. Doch wie hätten die anderen Krawatten-, Socken- oder Bücherschenker einen beäugt? Wie hätte die eigene Großmutter oder die eigene Mutter reagiert, müssten sie doch in Zukunft einen jodelnden Mann oder einen von Haien schwärmenden Ehegatten ertragen?
Aber von der Seite des Beschenkten selbst stellt sich das Ganze ebenfalls sehr positiv dar. Wenn ich mich da mal daran zurück erinnere, was es als Kind doch jedes Jahr für „tolle“ Geburtstagsgeschenke gab: Mutters selbstgestrickter Pullover, die weißen Tennissocken vom Schwesterchen und Vaters Eintrittskarten zum heißgeliebten Zirkus, wobei sich mir da schon zu Kindeszeiten die Frage stellte, wer denn den Zirkus so mag. Nein, ich muss schon sagen, da gefällt mir ein „eigener“ Stern, eine Runde Ferrari fahren oder eine Runde mit dem Heißluftballon „cruisen“ schon weitaus besser in meiner persönlichen Rangliste der Geburtstagsgeschenke.
Doch kaum hat sich dieser Wandel vollzogen, gibt es natürlich auch schon wieder Stimmen, die das Traditionelle vermissen. So manch ein Kritiker der „neumodischen“ Geburtstagsgeschenke sinniert darüber, dass solche Geschenkideen zwar sicher modisch und dem Bild der heutigen Gesellschaft entsprechend seien. Jedoch hätten diese Geschenke nichts mehr mit einem persönlichen Geschenk zu tun, selbst wenn sie sich personalisierte Geburtstagsgeschenke nennen würden. Nun ja, mal ehrlich, was war denn an eine Krawatte oder einem Parfüm persönlich? Und auch der Blumenstrauß war früher nicht immer selbstgepflückt, sondern stammte vom Blumenladen um die Ecke und die Pralinen waren in der Regel wohl auch nicht selbst hergestellt. Vielleicht sollte man diesen Kritikern ganz einfach mal eine Quad Tour, ein Krimidinner oder einen Fallschirmsprung schenken, vielleicht hätte sich dann die Diskussion über das Persönliche bei Geburtstagsgeschenken erledigt








