Tipp: der Shopblogger
04/23/2009 (Geschenkeshops)
Alltagskunst im Supermarkt oder Das pralle Leben im Net
Das Leben wird ja zunehmend virtuell. Es wird online eingekauft, im Netz geflirtet, die Selbsthilfegrupe trifft sich im geschlossenen Chat und das Kaffeekränzchen im User-Café irgendeiner Community. Da kann man kaum glauben, dass es noch Menschen gibt, die einen realen Laden betrreiben. Also so einen mit vier Wänden und Dach drauf, Regalen und Kühltruhen drin und einer Kasse, an der man mit echtem Geld (oder wenigstens einer echten EC-Karte) bezahlen muss. An der Kasse sitzt im übrigen ein Mensch aus Fleisch und Blut und auch die Regale räumen sich nicht von alleine ein. Tja, sowas gibt es wirklich.
Weil aber der echte lebende Mensch, der einen Spar-Supermarkt in Bremen betreibt so ganz ohne das Internet wohl doch nicht bleiben wollte, hat er einfach einen Blog eingerichtet -> Shopblogger . In dem kann man nun nachlesen, was einem Einzelhändler so an täglichen Kuriositäten begegnet. Wer glaubt, da gäbe es nichts zu erzählen, sollte einfach mal reinschauen. Kryptische Kassenbons, merkwürdige Aufschriften auf einer Tsatsiki-Box oder skurille Würstchenlogos lassen durchblicken, was der Alltag an Merkwürdigkeiten so zu bieten hat. Man muss nur den richtigen Blick dafür haben. Und den hat Blogger Björn Harste neben seinem Sinn für Humor und einer Begabung für die Kreation von Kunstwerken aus Alltagsgegenständen offensichtlich. Er findet und zwischen Linsentopf und Klopapier nämlich eine Menge echter Hingucker. Darf es zum Gehirnjogging vielleicht ein Suchbild aus Pistazientüten oder aufgestapelten Kisten („Welcher Gegenstand gehört nicht in diese Reihe?“) sein? Oder für den Kunstgenuss zwischen Einkauf und Abendessen eine Pop-Art-Foto-Kreation aus hüsch aufgereihten Energy-Drink-Dosen, von oben gesehen (nur eine tanzt aus der Reihe)? Selbst Videos– eigene und gefundene aus dem World Wide Web, natürlich alle zum Thema – fehlen nicht.
Wie in einem Blog üblich, ist natürlich jeder eingeladen, seine eigenen Fundstücke an den Blogbetreiber zu schicken und Kommentare abzugeben. Ich werde beim nächsten Gang durch meinen Supermarkt jedenfalls genau darauf achten, ob nicht das Ladenpersonal aus den Fünf-Minuten-Terrinen eine ganz hinreißende Maya-Pyramide gestapelt hat. Ach ja – einkaufen kann man im genannten Laden natürlich auch. Wirklich! Nur nicht virtuell, echt nicht!








